Architektur Fotografie verändert die Statik

Wer ein wenig die Literatur zur Architektur kennt, weiß um das Ringen und dem Bemühen, der Redakteure geeignete Worte zu finden. So wird denn versucht, mit Worten, den Bauwerken Eigenschaften zu geben, die sie per se überhaupt nicht haben können.

Mann stelle sich nur einmal den Krach vor, ein so genanntes „Architekturensemble“ würde tatsächlich musizieren. Oder ein „mäanderartiger Baukörper“ würde beim Abfließen sämtliche Kanalisationen überfordern. Und weg wäre er dann auch. Es sind eben starre gegenständliche Dinge, die von sich aus keine anderen Eigenschaften besitzen, als schwer, groß, stabil etc…

Wenn jedoch Licht auf diese Gebilde fällt, ändert sich alles. So kann durch dessen Reflexion, ein Gebäude einmal „bedrohlich“, ein anderes mal „edel“, oder gar „einladend“ wirken. Architekturfotografie hält diese Eigenschaften in dem Moment der Entstehung fest. Und schon sind dies keine phantasievollen Worthülsen mehr, sondern beweisbare Attribute, die nun wiederum Redakteure nutzen können, um sie durch ähnliche Eigenschaften zu ergänzen. Durch das Foto werden diese Beschreibungen „bildhaft“.

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